Hallo zusammen!

Mein großes Interesse ist, wie bei vielen „Hobbyisten“, das Mittelalter.
Fragt man einen solchen, warum er sich ausgerechnet dieses Thema als Hobby ausgesucht hat, fallen die Antworten oftmals vielseitig aus.
Von romantischen Verklärtheiten bis hin zur „Heidenanarchie“ und Fantasie, ist fast alles dabei. Am häufigsten ist wohl die Antwort dem „ geschichtlichen Interesse“ geschuldet. Genau definieren kann man das wohl nicht warum dem einen nun eher dieses, dem anderen das gefällt. Für meinen Teil kann ich nur sagen dass es bei mir eben auch das Interesse sowie der Spaß am Handwerk ist, was mich antreibt.
Unter all den Facetten und interessanten Aspekten die solch ein Hobby mit sich bringen kann, ist bei mir der Schildbau mit am stärksten ausgeprägt. Da sind echte Kunstwerke geschaffen worden und das nicht weil es jemanden langweilig war, sondern eine ausgesprochene Notwendigkeit bestand.

Der Schild stellt nun neben dem Schwert die wohl bekannteste Waffe dar, wenngleich augenscheinlich rein defensiver Natur. Dies ist jedoch nicht immer der Fall, wie einige recht eindrucksvolle Exemplare beweisen. Mit dem I.33 Fechtbuch aus dem 13. Jahrhundert zeigt sich, daß man durchaus in der Lage war einen solchen Schild für mehr zu gebrauchen. Die Entwicklung in der Waffentechnologie brachte in den verschiedenen Epochen auch neue Kampftechniken hervor. Die Defensivbewaffnung musste sich auf die neuen Situation einstellen, so dass es zu den verschiedensten Formvarianten kam.
Ausschließlich stumpfes Blocken, dem Gegner das Schild „Entgegenhalten“ damit dieser mit möglichst großer Wucht sein Schwert in den Schildrand treiben kann, wird es wohl zur keiner Zeit gewesen sein.

Ich möchte mich hier auch gar nicht länger damit aufhalten, über die Authentizität mancher heutigen Kampfesweisen und das Verständnis für historische Fechtkunst oder gar den Schaukampf zu erläutern, da es darauf auf dieser Seite primär nicht ankommt. Fest steht auf jeden Fall, daß jede Zeit seine Waffen hatte und diese ihre Aufgaben erfüllen mussten. Wie auch immer diese ausgesehen haben mögen.

Hauptsächlich interessieren mich die Formen der Pavesen und Tartschen im allgemeinen, sowie die Turnier- und Fechtschilde ab dem 15.Jahundert.
Auf den Folgenden Seiten werde ich Euch nun meine Projekte zeigen die ich mir im Laufe der Zeit so vorgenommen habe. Sofern ich dazu Quellen habe werde ich diese auch nennen. Um rechtlich keine Probleme zu bekommen kann ich nicht immer Bilder von Originalen ins Internet stellen, sollten sich aber Links finden lassen, werde ich diese hinzufügen.

Ein leidiges Thema.......historische Korrektheit ...?!

Es kommt hier nicht darauf an, die dargestellten Gegenstände auf einen historischen Prüfstand zu stellen und sie als un-/ authentisch zu bewerten. Die auf dieser Seite gezeigten Gegenstände sind mit modernen mitteln und modernen Materialien entstanden. Die von mir beschriebenen Schilder sind unter den verschiedensten Gesichtspunkten der zweckmäßig hergestellt. Das heißt für Schaukampf, dem historischen Fechten oder gar rein dem dekorativem Zweck entsprechend. Bei der Formgebung achte ich darauf die Maße, soweit sie mir bekannt sind, einzuhalten. Natürlich kann man versuchen so etwas mit Materialien die zur jeweiligen Zeit in Gebrauch waren, zu rekonstruieren. Das wird auch von vielen Menschen mit erstaunlichen Ergebnissen nachgeahmt und der Sache gebührt großer Respekt. Jedoch muss man sich fragen ob es einem das Wert ist, in eine solche Kostbarkeit, beispielsweise mit einem Schwert, eine Scharte hinein zu treiben....?! Das kann an dieser Stelle jeder für sich selber entscheiden, je nachdem mit welcher Ernsthaftigkeit er seine Sache betreibt.

Ich persönlich werde auch ein Projekt das unter dem Motto „Rekostruktion nach möglichst authentischen Gesichtspunkten“ in Angriff nehmen, schon weil es mich sehr interessiert und ich gerne Handwerk betreibe. Selbstverstänlich werde ich es zur gegebenen Zeit dann hier beschreiben.

Und nun viel Spaß beim stöbern.



Pavese / Tartsche